Wäschewaschen mit Buchenasche
Als es noch keine fabrikmäßig hergestellten Waschmittel gab, wurde die Wäsche und das ungebleichte Leinen in einer Lauge aus Buchenasche „gebäucht“. In jedem Haus wurde die Asche von Buchen- oder Eichenholz für den Waschtag gesammelt. Einen Tag vorher wurde die Wäsche in eine Büktonn getan. Über die Tonne wurde ein grobes Laken (Ascherlaken) gelegt, auf das Buchenasche geschüttet wurde. Die Asche wurde zunächst mit kaltem, dann mit wärmerem und schließlich mit kochendem Wasser übergossen. Dazu nahm man Regenwasser oder Wasser aus einem See, das harte Pumpenwasser war dafür nicht geeignet. Die Aschenlauge ließ man einige Zeit einwirken. Die Lauge wurde dann abgelassen, im Waschketel erhitzt und erneut über die Buchenasche auf die Wäsche gekippt. Nach mehrfacher Wiederholung des Vorganges blieb die Wäsche über nacht in der Lauge.
Am eigentlichen Waschtag wurden die einzelnen Wäschestücke über eine Bank gelegt und mit dem Waschholt oder Bükbrett geklopft, dann in reinem Wasser gespült, nochmals geklopft und gespült und schließlich ausgewrungen. Wegen der dafür notwendigen Wassermenge mussten die schweren Wäschestücke zum Auslauf von Teichen, zu Bächen oder zu einem Steg am Seeufer gebracht werden. Die Bükbretter dienten hier zur Unterstützung des Spülens und Wringens. Im Winter musste in das zugefrorene Wasser ein Loch geschlagen werden, und die Wäsche gefror manchmal beim Spülen.
Die Technisierung des Waschens erfolgte durch die Einführung von hölzernen Waschgeräten, die zunächst einen Teil der anstrengenden Handarbeit abnahmen. Die mechanisch arbeitenden Wäschestampfer waren noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Gebrauch.
Seit 1901 fertigte die Firma Miele die ersten „modernen“ Waschmaschinen, die entweder von Hand oder auch mit Hilfe eines Elektromotors angetrieben wurden. Im Bottich befand sich ein Drehkreuz, das sich hin- und her bewegte und Lauge und Wäsche durchkämmte. Diese Verfahren waren durch die auftretende mechanische Reibung natürlich für die Haltbarkeit der Textilien von Nachteil. Mit der Einführung der Elektrizität in den ländlichen Gebieten seit den 20er Jahren konnten diese Geräte auch dort eingesetzt werden. Die Heißwasserbereitung, das Herausnehmen der nassen Wäsche und das Wringen mit einer Mangel blieben weiter Handarbeit. Erst durch die Erfindung der Trommelwaschmaschine wurde die Wäsche schonender behandelt. Durch den Einsatz von Metall für den äußeren Bottich wurden die Maschinen kompakter und wasserdicht.
Neben der Wäsche in diesen Waschmaschinen wurde aber noch in vielen Häusern bis in die späten 40er Jahre die „Große Wäsche“ mit grüner Seife oder Kernseife im Waschkessel durchgeführt.
Erst nach 1950/60 begann die Phase der vollautomatischen Wäschepflege. Die Entwicklung der Waschmittel verlief parallel zu den Verbesserungen der Geräte.
Uwe Stock
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Bügeln damals
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Wäscheklopfer
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Wäschestampfer
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Waschmaschine aus Holz
Die abgebildeten Geräte befinden sich im Landwirtschaftsmuseum Prienfeldhof.
Literatur
Mensing, Schleswig-holsteinisches Wörterbuch Artikel Büken
Waschen - Eine saubere Sache in: Schleswig-Holstein 4/1993 S.19f.